Mittwoch, 16. September 2015

#56 An Jemanden

Um ehrlich zu sein fehlen mir jetzt schon die Worte, dabei habe ich mir so oft die Worte im Kopf zusammengelegt, sollte ich dir einen Brief schreiben oder sollten wir uns vielleicht doch mal begegnen. Obwohl, wenn ich dich zufällig mal sehen sollte, wäre mein Körper gar nicht in der Lage auf dich zu zu gehen und dich anzusprechen. Zweimal hatte ich jetzt schon die Vermutung dich gesehen zu haben, allein das hat mich fast in eine Panikattacke versetzt. Mein Herz hat wie wild gehämmert und meine Arme und Beine haben gezittert. Schon krass wie Gefühle deinen Körper beeinflussen.

Du hast einmal zu mir gesagt das wenn du dich je von mir trennen würdest, ich sicher schnell einen neuen, besseren Menschen für mich finde und ich schnell über dich hinweg komme. Und wie oft habe ich dir gesagt das es nicht dazu kommen wird und ich niemals nur ein paar Wochen bräuchte um dich zu vergessen. Natürlich habe ich Recht. 13 Wochen, wir haben 13 verdammte Wochen kein Wort miteinander gesprochen, nicht miteinander geschrieben. Wir haben uns 13 Wochen nicht in die Augen geschaut. Ich habe nun 12 Wochen deine Stimme nicht mehr gehört und dein Gesicht nicht gesehen. Ich weiß nicht wie es dir geht, was du machst. Scheisse, alleine das zu schreiben und darüber nachzudenken raubt mir die Kraft und lässt die Tränen laufen.

Vielleicht habe ich nicht ständig an dich gedacht. Natürlich gab es Tage an denen es mir besser ging und du kurzzeitig meine Gedanken verlassen hast. Natürlich hatte ich auch öfter mal Spaß und habe gelacht. Und trotzdem ändert es nichts. Ja, wenn die Frage „Wie geht’s dir?“ kam habe ich stets mit „Gut.“ geantwortet. Warum? Weil ich es leid war immer wieder darüber nachzudenken warum es mir eigentlich nicht gut geht, weil sicher schon alle genervt von mir und meiner immer gleich bleibenden Antwort waren, weil es einfach immer wieder weh getan hat über dich zu reden.

Du hast bald Geburtstag und vor einem Monat habe ich schon darüber nachgedacht wie ich dir gratulieren soll und vor allem wann. Ich hab überlegt ob ich dir das Geschenk mache, was ich dir eigentlich schenken wollte. Habe überlegt ob wir vielleicht an diesem Tag wieder miteinander reden können und ich dich vielleicht sehe. Ob ich vor deiner Tür stehen soll. Und ich zerbreche mir immer noch den Kopf darüber. Und ob wir überhaupt irgendwann wieder miteinander reden...

Aber, wenn du weiterhin möchtest das es so bleibt wie es ist, dann ändere an der Situation nichts. Kalter Entzug ist wohl der beste, nicht wahr? Sollten wir uns also durch Zufall begegnen, ignoriere mich, sieh mich nicht mal an. Sprich nicht mir und rede nicht über mich mit gemeinsamen Freunden. Bitte. Denn du weißt, Frauen finden alles raus... Und all das würde mir Hoffnungen machen. Es würde mich dazu bringen zu glauben wir hätten noch eine Chance. Und wenn dem nicht so ist, möchte ich nicht weiter gequält werden. Ich möchte nicht an etwas glauben was nicht mehr passieren wird.

Ich kann nämlich immer noch sagen das ich dich verdammt nochmal unglaublich liebe... Dass ich mir immer noch Bilder anschaue... Dass ich immer noch an dich denke und mich viel an dich, an uns erinnert... Ich kann dir sagen das ich noch furchtbar leide und ich will das es aufhört. Und eigentlich will ich das du diesen Brief liest und eigentlich will ich das nicht..


In Liebe, Lucy

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