Dienstag, 28. Juli 2015

#53 Die Zeit fühlt sich an wie eine Lüge


"Ich hänge noch ziemlich an ihm..." gab ich niedergeschlagen zu. "Ehrlich?" Warum schaut er so überrascht aus? Ist es nicht ziemlich 'Typisch' das Frauen ihren Exfreunden hinterher weinen? "Hat er Schluss gemacht?" fragt er nebenbei. "Ja." antworte ich und senke den Blick und zünde mir eine Zigarette an. Ich erwähne das ich schon wieder viel zu viel rauche, in der Hoffnung das er versteht das ich versuche das Thema zu wechseln. "Ich habe vor 10 Jahren aufgehört." sagt er stolz. Während er weiter an meinem Auto herumbastelt unterhalten wir uns über dies und das. Ich bin froh über die banalen Gesprächsthemen, doch ich merke auch wie meine Gedanken sich immer wieder abwenden. Nach dem gescheiterten Versuch mein Auto zu reparieren, und ich muss zugeben das ich ziemlich traurig war das es nicht geklappt hat, räumt er seine Sachen zusammen, schaut mich an und fragt vorsichtig: "Darf ich dir mal eine persönliche Frage stellen?" Ich schaue ihn an und versuche selbstbewusst zu wirken. "Klar." antworte ich kurz. "Wieso hat er Schluss gemacht?" Oh, irgendwie wusste ich das diese Frage kommen musste. Es ist nicht so das ich nicht darüber reden kann, eher das ich dann immer und immer wieder den selben Schmerz spüren muss. Es sind immer die selben Fragen die meine Gedanken durchqueren und verzweifelt versuchen eine Antwort darauf zu suchen. Immer und immer wieder.  "Ich weiß es nicht, um ehrlich zu sein." gestehe ich, mal wieder. Wie muss ich für andere aussehen wenn ich nicht mal den Grund unserer Trennung weiß? Wie erbärmlich muss ich auf euch da draußen wirken? Schon wieder zünde ich mir eine Zigarette an. "Es hat anscheinend einfach nicht mehr geklappt, oder vielleicht wollte er auch einfach nichts mehr dafür tun. Das es klappt, meine ich." Ja, großartig Lucy. Super wie du immer anderen die Schuld geben kannst. "Er wirkt auch nicht gerade... hmm, wie sage ich das am besten, ohne das du es falsch verstehst.." stottert er vor sich hin. Nun sag schon, ich bin es gewohnt das viele schlecht über ihn reden. Das heißt noch lange nicht  das ich schlecht von ihm denke. "Er ist anscheinend auch nicht gerade der Typ auf den man sich verlassen kann. Weißt du wie ich meine?" Ja, ich weiß was du meinst. "Ich weiß, aber er war mal viel schlimmer, glaub mir. Er hat sich echt verändert." Warum verteidige ich ihn eigentlich schon wieder? Versteh' das mal einer. "Wie auch immer. Ich sollte aufhören über ihn zu reden, das tue ich sowieso viel zu oft. Reicht schon das ich ständig an ihn denke." grinse ich ihn an und hoffe dass das Thema nun endlich vom Tisch ist. Wir reden letztlich noch ein bisschen über Gott und die Welt, bis ich auf die Uhr schaue und bemerke das es gleich 6 ist. Er bemerkt meinen Blick auf die Uhr, schaut kurz zum Auto und sagt: "Na gut, dann schreiben wir nochmal wegen nächster Woche." Ich lächle "Danke und gute Heimfahrt." scherze ich. "Ja, die wünsche ich dir!" Ich steige in mein Auto und fahre direkt los. Es ist gerade super unwichtig ob ich noch was aus meinem Zimmer holen muss. Jetzt will ich einfach nur auf direkten Weg nach Hause. Und obwohl ich die Musik aufgedreht habe übertönen meine Gedanken jedes Lied. Natürlich musst du dich mal wieder während der langen Autofahrt in meinem Kopf breit machen; 

Kommentare:

  1. Ich weiß nicht so wirklich,was ich dazu sagen will.... Aber auf jeden Fall: Du schreibst richtig, richtig gut! So nah und echt einfach (:

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  2. Vielen lieben Dank für das Kommentar. Du weißt gar nicht wie viel es mir bedeutet positive Rückmeldung für meinen Blog zubekommen!

    Liebste Grüße, Lucy

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